Kielet

Impulsbeiträge

Die Vortragenden der Tagung haben folgende kurze Texte verfasst, die in etwa zeigen, worüber sie sprechen wollen. Wir stellen sie hier zur Verfügung, auch wenn sich im Laufe der weiteren Vorbereitung noch manches ändern kann.

 

Hans Hasler
Einführung ins Tagungsthema

In kurzen Ausführungen soll dargelegt werden, wie die Tagungen „Die Seele Europas“ begonnen haben. Welche Fragen standen am Anfang? Wie haben sie sich im Laufe der bisherigen sieben Tagungen entwickelt? Was haben wir uns für die Tagung in Kiev vorgenommen?

Gerald Häfner
1917 – 2017 Europa und seine Aufgabe zwischen Ost und West

Europa ist ein vergleichsweise winziger, filigraner Kontinent, in der Mitte zwischen mächtigen Blöcken und Kontinenten. Wo fängt Europa an? Wo hört es auf? Seine Grenzen mäandern. Vielleicht lebt es weniger in der physischen Präsenz als vielmehr in einer Idee, einer Kraft, einer Aufgabe: Das Irdische mit dem Geistigen zu verbinden – und die persönliche Freiheit mit mit echter Demokratie und brüderlicher Sorge um das Gemeinwohl.

Wie steht es um diesen Auftrag im kulturellen, ökonomischen und politischen Spannungsfeld der Gegenwart? Wie hat sich Europa bislang dieser Aufgabe gestellt? Wie stehen wir heute dazu? Welche Impulse zeigten und zeigen sich im Osten, welche im Westen? Wo zeigen sich wahrhaft europäische Qualitäten, und wo finden wir Ansätze einer zeitgemäßen Verwirklichung von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit?

Andrej Zhiltsov
Ukraine zwischen Europa und Russland: Chanсen und Schwierigkeiten

Ich-Entwickelung und moderne Gemeinschaftsbildung bedingen sich gegenseitig, stehen aber auch in einem gewissen Gegensatz zueinander. Individualität ist Ideal Europas, “gottdurchdrungenes Menschentum” (Begriff von Wladimir Solowjow) ist Zukunftshoffnung in Russland. Kann eine Vermählung dieser Ideale stattfinden? oder wird weiter gekämpft?

Nataliya Yarmolenko
Individualität und Nationalität: Abhängigkeit oder freie Beziehungen?

 

Friedrich Glasl
Wie Licht und Finsternis in Konflikten wirken

- Wie eskalieren Konflikte, wenn Menschen ihre Selbststeuerung verlieren?
- Welche Kräfte wirken bei Konflikten in den Menschen?
- Wie entsteht in Konflikten eine Pseudo-Identität von Individuen und Gemeinschaften (Organisationen, Völker)? - Was kann die Aufgabe von Völkern in einer polarisierten Welt sein? - Was können Menschen einzeln und in Gemeinschaften tun, damit sich gute Kräfte mit ihnen verbinden

Sergej Kopyl
Hoffnungen und Vesuchungen im Osten

Wenn wir Neues erwarten, blicken wir immer nach dem Osten, zum Sonnenaufgang. Wir wissen und fühlen es, dass sich unsere heutige Zeit durch etwas mehr Östliches ändern muss. Als Anthroposophen sollten wir dieses Neue bereits jetzt vorbereiten. Wie kann ich die Zukunft vorbereiten, wenn „Prophezeihungen“ diese Zukunft mit meinem eigenen Volk, mit meiner eigenen Kultur in Verbindung bringen? Was sind Vorteile, was Gefahren in dieser Situation? Was soll ich tun? Rudolf Steiner äussert, dass Menschen aus Europa mir helfen können, das zu verstehen. Wie?

Yaroslava Black-Terletska
Christus und die Suche nach der verlorenen Mitte.

Im Osten wie im Westen ist alles in Bewegung geraten. Wo sich überhaupt die Mitte befindet, ist schwer zu sagen. Weder Geschichte noch Geografie bieten den Menschen Antworten. Wir sind noch in den Völkergemeinschaften mit ihren Sprachen und Kulturen aufgeteilt und suchen doch nach einem individuellen Weg zu Wahrheit und Freiheit, außerhalb jeglicher Grenzen. Die Zeit, in der man von Postfakten und „alternativen“ Wahrheiten spricht, rüttelt die Menschen wach für totale Gegenwart. Vor hundert Jahren sagte Rudolf Steiner mit tiefer Betroffenheit: „Nur 40 Menschen haben den Krieg gewollt, nur 40…, und zu wenige waren da, die ihn nicht wollten“. Ob Europa eine wichtige heilende Rolle spielen wird, hängt davon ab, wie der Einzelne, der sich als Europäer fühlt, die Aufgaben auf sich nimmt, denen er als Einzelner nicht gewachsen ist.

Nodar Belkania
Die Imagination Europas – Bilanz eines Jahrhunderts und Wege in die Zukunft

Paul Mackay
Die Freiheit des Menschen als Grundlage für ein friedvolles Zusammenleben der europäischen Völker

In meinem Beitrag, der ja eine Art Abrundung sein soll, werde ich versuchen auf die vorherigen Beiträgen einzugehen. Ich möchte auch auf die Memoranden Rudolf Steiners von 1917 eingehen, in denen er als Ziel des mitteleuropäischen Strebens die Differenzierung des Politischen, Wirtschaftlichen und Allgemein-Menschlichen in Gesetzgebung, Verwaltung und sozialer Struktur beschreibt. Welches sind die Leitmotive dieser drei Bereiche?

Arbeitsgruppen

Gruppe 1 – Olga Besh
Eurythmie: Sonett: Erneuerung durch innere Bewegung Ukrainisch und Deutsch

Den zeitgenössischen Literaturwissenschaftlern ist über zehn verschiedenste Formen des Sonetts bekannt. Was macht diese Gedichtform so vielfältig und flexibel? Mit Hilfe diverser Beispiele aus verschiedenen Epochen und Sprachkulturen werden wir die Antwort zusammen finden.